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Dissoziation

Die wichtigste Möglichkeit zur Bewältigung einer traumatisierenden Situation ist die menschliche Fähigkeit zur Dissoziation.

Dissoziationen kennen alle Menschen, sie sind alltäglich. Erleben wir eine unangenehme Situation oder haben wir eine unangenehme Tätigkeit zu verrichten, versetzen wir uns in Gedanken (und Gefühlen) gerne in angenehmere Umstände, z. B. in eine schöne Urlaubssituation. Die Realität tritt dann in den Hintergrund, wir „träumen“ vor uns hin und können uns im Nachhinein vielleicht nur mehr ungenau an das Unangenehme erinnern.

Dissoziation bewirkt also eine Wahrnehmungsveränderung bzw. –verzerrung bis hin zur Auslöschung der Wahrnehmung (der Wirklichkeit). In der akuten Gefahrensituation ist Dissoziation oft die einzige Möglichkeit, die Ereignisse zu ertragen und zu bewältigen. Dissoziationen stellen sich besonders häufig ein, wenn Menschen vorhersehbar damit rechnen müssen traumatisiert zu werden. Das ist u. a. bei sexuellem Missbrauch oft der Fall (etwa wenn ein Kind weiß, dass es beim Nachtdienst der Mutter mit sexuellen Übergriffen des Vaters rechnen muss).

Zwei Unterformen der Dissoziation stellen Derealisation und Depersonalisierung dar:

Derealisation bedeutet ein verändertes Erleben der Realität (von der Verzerrung bis hin zu ihrem völligen Verschwinden). So kann sich z. B. die Wahrnehmung von Zeit und/oder Ort vollkommen verändern.

Depersonalisierung bedeutet ein aktives Aussteigen aus dem Körpererleben. Betroffene beschreiben dieses Aussteigen als ein Gefühl, als ob sie weit weg von sich selbst wären und die Situation von außen betrachten würden.

Es ist wichtig zu verstehen und zu akzeptieren, dass diese Mechanismen üblich sind und betroffenen Menschen helfen, eine an sich überfordernde Situation so gut wie möglich zu überstehen.

Wie Sie dissoziative Zustände stoppen können finden Sie im Kapitel „Hilfe, Selbsthilfe, Traumatherapie“.